TENS: Hilfreiche Tipps zur Anwendung

Geduld & Disziplin

Unter Umständen kann es einige Wochen dauern, bis Sie den erhofften Effekt der Transkutanen Elektrischen Nervenstimulation (TENS) tatsächlich verspüren. Auch wenn vor allem die Wirkung der hochfrequenten TENS in der Regel rasch eintritt, kann einige Zeit verstreichen, bis sich Ihre Beschwerden merklich bessern.

Wichtig ist, dass Sie die Reizstromtherapie über einen längeren Zeitraum konsequent und regelmäßig durchführen: Meist wird eine mehrmals tägliche Anwendung über mehrere Wochen hinweg empfohlen.

Die richtige Handhabung

Bevor Sie starten, sollten Sie sich die Zeit nehmen und die Bedienungsanleitung Ihres TENS-Gerätes sorgfältig durchlesen. Die Mühe lohnt sich – denn nur, wenn Sie mit der Handhabung gut vertraut sind, werden Sie das Gerät richtig einsetzen können. Und das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Sie von der Behandlung profitieren können. Über folgende Fragen sollten Sie sich zum Beispiel informieren:

  • Wird das Gerät mit Batterie oder Akku betrieben?
  • Wie und wo werden die Elektroden auf der Haut platziert? Wie oft müssen sie gewechselt werden?
  • Wie stellt man die Parameter der Behandlung (z. B. Frequenz, Intensität) ein?
  • Wie lange dauert eine Therapiesitzung und wie häufig sollte die Behandlung erfolgen?

Experimentieren

Jeder empfindet die Reizstrombehandlung anders – finden Sie selbst für sich heraus, mit welchen Einstellungen Sie den besten Effekt erzielen.

Der Reizstrom sollte spürbar sein: Bei der gängigen hochfrequenten TENS-Behandlung sollte ein Kribbeln zu spüren sein. Bei der niederfrequenten TENS-Behandlung werden oft Muskelzuckungen beobachtet. Schmerzen dürfen nicht auftreten.

Den richtigen Modus finden: Moderne Geräte bieten die Möglichkeit, zwischen verschiedenen voreingestellten Therapie-Modi zu wählen. Probieren Sie aus, was bei Ihnen am besten funktioniert.

Intensität anpassen: Falls Sie die Behandlung als unangenehm empfinden, reduzieren Sie die Stromstärke. Das Gleiche gilt, wenn es anfänglich zu einer Schmerzverstärkung kommen sollte.

Vorsicht, Gewöhnungseffekt!

Nach einigen Wochen berichten manche Patienten, dass die Wirkung der TENS-Behandlung nachlässt. Das kann zum einen daran liegen, dass die Behandlung weniger konsequent durchgeführt wird. Zum anderen können bei einer regelmäßigen Reizstrombehandlung aber auch Gewöhnungseffekte auftreten – dann reagiert der Körper nicht mehr wie vorher auf die Nervenstimulation. Um das zu vermeiden ist es wichtig, die verwendeten Therapieprogramme abzuwechseln.

Gut zu wissen: Viele Geräte sind zwischenzeitlich auch mit speziellen „Anti-Adaptations-Programmen“ ausgestattet. Durch eine regelmäßige Veränderung der Stimulationsparameter können sie vermeiden, dass der Körper sich an die Reizstromtherapie gewöhnt.

Wann zum Arzt?

Eine TENS-Behandlung ermöglicht keine ursächliche Therapie. Die Schmerzen werden durch die Reizstromtherapie aber „überdeckt“, was gerade bei chronischen Schmerzen für viele Patienten einen großen Gewinn bedeutet. Wichtig ist jedoch, dass Sie vorab mit Ihrem Arzt besprechen, ob eine TENS-Behandlung zusätzlich zu anderen Therapiebausteinen für Sie geeignet ist. Denn in bestimmten Fällen darf TENS nicht angewendet werden. Das gilt zum Beispiel, wenn man einen Herzschrittmacher hat, an Thrombosen oder Epilepsie leidet. Bei Schwangeren kann TENS Wehen auslösen – daher dürfen insbesondere im Bereich von Bauch und unterem Rücken keine Elektroden angebracht werden.